Hagelschäden 2008

Rückblick 2008: Sturmhagelfront über dem Südwesten Deutschlands

Schaden-Zuckerrüben
Wasserschäden an Zuckerrüben in Friedrichsdorf
Schaden-Äpfel
Schaden an Äpfeln in Meersburg
Schaden-Mais
Schaden an Mais in Meersburg

Ende Mai kam es zur schwersten Unwetterfolge des Jahres 2008. Vom 28. bis 31. Mai überquerte eine Serie von gewaltigen Gewitterclustern mit Sturm, Starkregen und Hagel den Südwesten Deutschlands in nordwestlicher Richtung mit sintflutartigen Regenfällen von 30 bis 100l/m², orkanartigen Böen mit über 100 km/h sowie zu Hagelschlag mit bis zu Tennisball großen Hagelschlossen.

Im Juni nahezu täglich Hagelschäden

Der Juni blieb weit niederschlagsärmer als im Mittel der Jahre; im Norden fielen nur 60% der üblichen Niederschlagsmenge, während die Gebiete südlich der Donau mit Niederschlägen reichlich versorgt waren. Am 7. bis 11. Juni kam es verbreitet in Baden-Württemberg zu schwersten Schäden;  am 22. Juni und 23. Juni wurde der gesamte Westen von Rheinland-Pfalz, Nordrhein-Westfalen, Hessen bis Niedersachsen von einem Hagelzug heimgesucht. Baden-Württemberg verzeichnete am 23. Juni mit über 1.000 Schäden das zweitschwerste Schadenereignis des Jahres. Am 2. Juli führten die Hagelschläge an der mittleren Mosel teils zur völligen Entlaubung von Rebstöcken. Beim Schadenereignis vom 10./11. Juli wurden auch die Bundesländer Brandenburg, Sachsen-Anhalt und Sachsen und Bayern vom Hagel getroffen.

Überdurchschnittliche Temperaturen

Die Temperaturen lagen um 1,5 °C über dem Durchschnitt; die teils krassen Temperaturunterschiede zwischen dem Südwesten und Nordosten erhöhten die Neigung zur Gewitterbildung.

Extremer Hagelschlag mit sintflutartigen Regenfällen Ende Juli

Schaden-Kartoffeln
Schaden an Kartoffeln in Schülp

Ende Juli wüteten erneut extreme Unwetter im Südwesten Deutschlands. In Nordrhein-westfalen fiel am 26. Juli allein in Dortmund bei einem vierstündigen Unwetter die unvorstellbare Niederschlagmenge von 203 mm.

Verhagelte Westküste

Am 7. August wurde die Westküste Schleswig-Holsteins von schweren Sturmböen von mehr als 110 km/h, sintflutartigen Regenfällen von bis zu 100 l/m² und bis zu taubeneiergroßen Hagelkörnern heimgesucht. Auch in Südthüringen kam es zu beträchtlichen Schäden. Orkanartige Böen bis 110 km/h fegten vom 7. bis zum 8. August über den Bodensee.

Verwüstungen in der Hallertau

Hagelschaden an Hopfen
Schaden an Hopfen in Freising

Bei einem Unwetter mit tornadoartigem Sturm in der Nacht vom 7. zum 8. August wurden über 200 ha Gerüstanlagen und Vollertragshopfen getroffen. Kurz und heftig wütete am 22. August ein Hagelsturm quer durch Teile Oberbayerns. Der Hagelstrich maß über 60 km Länge und oft über 5 km Breite. Der Hagelschlag wurde von heftigen Sturmböen begleitet, die gebietsweise Tornadostärke erreichten.

Fazit

Mit über 135 Hageltagen und dem vermehrten Auftreten von Doppel- und Dreifachschäden in der gleichen Gemarkung setzte das Jahr 2008 neue Maßstäbe im Hagelgeschehen. Auch die extreme Sturmaktivität dieses Jahres war verblüffend.

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