Hagelschäden 2003

Schadenmeldungen doppelt so hoch wie in Vorjahren

Die Schadensaison 2003 begann bereits im April mit kleineren Schäden. Zwischen dem 8. Mai und dem 30. Juni 2003 kam es jedoch fast täglich an irgend einem Ort unseres Geschäftsgebietes zu Hagelschlag. Dies überraschte um so mehr, da diese Zeit von einer anhaltenden Trockenheit mit hochsommerlichen Temperaturen begleitet war. Am 8. Mai erreichten uns Schadenmeldungen aus der Oberpfalz und aus Oberfranken, einen Tag später ereigneten sich heftige Schäden im Großraum Naumburg und Zeitz. Hier mussten teils Umbruchschäden reguliert werden.

Am 19. Mai zog eine Unwetterfront über Niederbayern hinweg. Besonders beim dort verbreiteten Erdbeeranbau führte Hagelschlag bei den gerade in der Pflückphase befindlichen Erdbeeren zu schwersten Schäden. Einer der schwersten Schadentage war der 31. Mai. Schadenschwer- punkte waren Bosenheim bei Bad Kreuznach, der Main-Kinzig-Kreis, Göttingen, Northeim, die Gebiete Biberach, Böblingen und auch Tübingen. Von diesem Ereignis erhielten wir rund 1.500 Schadenmeldungen mit einem Entschädigungsbetrag von 2,6 Mio. €. Bis Ende Mai lagen uns insgesamt 3.500 Schadenmeldungen vor. Dies war im Vergleich zu den Vorjahren mehr als doppelt so viel.

Hagelunwetter im Juni 2003

Am 5. Juni verursachte ein Hagelunwetter in der Wetterau bei Friedberg und Büdingen schwerste Schäden. Die Ockstädter Kirschen - zum Großteil nicht versichert - fielen dem Hagel zum Opfer, auch in Niederbayern kam es zu Totalschäden. Am 8. Juni vernichtete ein Hagelunwetter bei Euskirchen und um Münstermaifeld sowie in Ostwestfalen viele Kulturen, zahlreiche Getreide- und Rapsflächen wurden zum Umbruch freigegeben.

Am 23. Juni erlitt Niedersachsen seinen schwersten Hagelschadentag. Ein Unwetter zog über Peine, Uelzen und Wolfsburg bis nach Wanzleben. Einen Tag später registrierte Baden-Württemberg seinen schwersten Hagelschadentag. Der südliche Teil Baden-Württembergs und Teile der Schwäbischen Alb wurden schwer vom Hagel getroffen. Die anhaltend trockene Witterung führte vielerorts zu Notreife. Bereits um den 20. Juni war der erste Winterraps in Baden-Württemberg geerntet. Die frühe Getreideernte verminderte zusehends das Risiko von Hagelschäden. Bis Ende Juni lagen der Gesellschaft rund 14.000 Schadenmeldungen vor, wobei die Anzahl der Schadenmeldungen die der Vorjahre deutlich überstieg.

Überdurchschnittlich viele Schäden - 126 Schadentage

Nach Totalschäden beim Wein im Markgräfler Land folgte am 21. Juli eine Hagelfront von Aachen nach Köln entlang der A4. Starke Schäden an Zuckerrüben und am erntereifen Winterweizen waren die Folge. Am 22. Juli wurden das fränkische Weinbaugebiet um Iphofen und das Vogtland in Sachsen von Hagel heimgesucht. Schwere Schäden gab es am 27. Juli in Leipzig, Riesa und Freiberg. Bis Ende Juli stieg die Zahl der Schäden auf 21.500 an. Am 18. August verursachte ein schweres Unwetter im Kreis Rosenheim bei Bruckmühl schwerste Schäden. Hier wurde erntereifer Mais so stark geschädigt, dass dieser häufig als Totalschäden reguliert werden musste. Zu letzten Schäden kam es am 6. Oktober im Obst- und Gemüsebau an Bodensee und Niederrhein.

Mit rund 22.200 Schadenmeldungen gehörte das Jahr 2003 zu den Jahren mit überdurchschnittlich vielen Schäden. An 126 Tagen wurden Unwetter mit Hagelschlag beobachtet. Die Entschädigungsleistung betrug rund 52,3 Mio. €, dies entspricht einer Quote von rd. 81 %. Der Durchschnitts- schaden pro gemeldetem Ereignis lag mit 2.347 Euro unter dem Durchschnitt der vergangenen Jahre.

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