Hagelschäden 2002
23.000 Schadenmeldungen
Am 27. und 29. April wurden die gerade aufgelaufenen Zuckerrübenpflanzen von Hagelschloßen zerstört. Der nächste schwerere Schadenstrich vom 18. Mai war im Raum Ravensburg und führte bei Winterraps und Ackerbohnen zu Umbrüchen. Am 22. Mai verursachten Unwetter im Großraum Hannover Schäden, vor allem an Erdbeeren. Ab dem 5. Juni zogen wieder großflächige Hagelunwetter über das Land. In Südbayern, im schwäbischen Aichach und Friedberg sowie um Fürstenfeldbruck gab es flächendeckende Schäden.
Der Witterungsverlauf im Juni, mit Temperaturen über 30° C, führte etliche Gewitter mit sich. Die erste Unwetterfront vom 18. Juni zog über Norddeutschland. Osnabrück, Papenburg, Teile Ostfrieslands, das Alte Land und auch Kiel erlebten Hagelschlag in bisher nicht gekanntem Ausmaß. Die zweite Unwetterfront zog am 19. Juni über das Bodenseegebiet und die Oberpfalz. Am 20. Juni wurden Totalschäden um Karlsruhe, Kandel und Bad Bergzabern registriert. Am 21., 23. und 24. Juni wurde Bayern mehrfach von schwersten Hagelunwettern heimgesucht. Allein die Bezirksdirektion Nürnberg erhielt in diesen Tagen 3.000 Schaden-meldungen. Aber auch Sachsen und Teile von Thüringen wurden von Hagel getroffen.
An 117 Tagen Unwetter mit Hagel
Östlich von Altenburg wurden auf einer Länge von 20 Kilometer großflächig schwerste Schäden reguliert. Totalschäden in Mais, Raps und Winterweizen führten zu einer Schadensumme allein in diesem Gebiet von über 1,6 Mio. EUR. Das Lipper Land und Ortschaften bei Hameln registrierten am 9. Juli zum Teil Totalschäden. In Aerzen an der Weser erübrigte sich bei den Mähdruschfrüchten und auch beim Mais durch die ernormen Hagelschäden vielfach die Ernte.
Einer der schwersten Schadentage des Jahres war der 21. Juli. Eine von extremen Sturmstärken begleitete Unwetter- front zog vom westlichen Niedersachsen über Mecklenburg-Vorpommern und das nördliche Brandenburg bis an die polnische Ostsee. Flächendeckend wurde der zu Beginn der Druschreife befindliche Raps von Hagel und Sturm zum Teil schwer geschädigt. Trotz der nasskalten Witterung gingen in der letzten Julidekade täglich Schadenmeldungen ein. Ein Höhepunkt war der 31. Juli mit Schäden im Alten Land und schwersten Schäden in der Soester Börde.
Gesamtentschädigung 53 Mio. EUR
Ende Juli war die Anzahl der Gesamtschadenmeldungen auf über 20.000 angestiegen. Mit den Niederschlägen im August waren immer wieder regionale Hagelunwetter verbunden. Da die Erntearbeiten witterungsbedingt nicht voranschritten, erreichten uns auch bis Ende August immer wieder neue Hagelschadenmeldungen, die bis Ende des Monats auf die Zahl von 23.000 angestiegen waren. Letzter nennenswerter Schadentag war der 20. September, an dem mehrere Gemeinden am Bodensee nochmals Hagel- schäden im Obst registrierten.
Mit rund 23.000 Schadenmeldungen gehört das Jahr 2002 zu den Jahren mit überdurchschnittlich vielen Schäden. An 117 Tagen wurden Unwetter mit Hagelschlag beobachtet. Die Gesamtentschädigungsleistung betrug etwa 53 Mio. €. Dies entspricht einer Schadenquote von 84 %.

