Hitze - Gewitter - Rekordniederschläge: Der Sommer in Deutschland 2017

Der Sommer 2017 war geprägt von großen Unterschieden zwischen dem mäßig warmen Norden Deutschlands und dem teilweise sehr heißen Süden. Nach trockenem Beginn gab es reichlich Niederschläge und Gewitter. Doch auch die Sonne kam dabei nicht zu kurz. Daraus resultierte ein insgesamt warmer Sommer, mit reichlich Niederschlägen und örtlich neuen Stationsrekorden bei ausreichend Sonnenschein. Das meldet der Deutsche Wetterdienst (DWD) nach ersten Auswertungen der Ergebnisse seiner rund 2000 Messstationen.

Der Sommer 2017: Wolken, Gewitter, Regen (Foto: Jo Wilhelm Arts / DWD)

Im Norden ein durchschnittlicher, im Süden ein sehr heißer Sommer

Mit 18,0 Grad Celsius (°C) lag der Sommer bundesweit 1,7 Grad über dem Klimawert der internationalen Referenzperiode 1961 bis 1990. Gegenüber der Vergleichsperiode 1981 bis 2010 betrug die Abweichung +0,9 Grad. Der Norden Deutschlands befand sich meist im Zustrom der mäßig warmen Meeresluft atlantischer Tiefdruckgebiete. Die Temperaturen lagen dort im Schnitt nur wenig höher als der Klimawert. In Leck und Hattstedt in Schleswig-Holstein zählte man jeweils nur zwei Sommertage mit Temperaturen über 25 Grad. Im Süden dominierte dagegen oft heiße Luft aus dem Mittelmeerraum. Regensburg meldete insgesamt 27 „Heiße Tage“, mit Tageshöchstwerten über 30 Grad – mehr als in den heißen Sommern 1994 und 1947 (25 bzw. 23 Tage). In Trier-Petrisberg kletterte das Quecksilber diesmal am höchsten: Am 22. Juni wurden 37,2 °C gemeldet. In klaren Nächten Anfang Juni und zu Beginn des letzten Augustdrittels kam es örtlich zu extrem niedrigen Frühtemperaturen: Am 23.8. meldete Deutschneudorf-Brüderwiese im Erzgebirge +0,1 °C, bei leichtem Bodenfrost von -3,0 °C.

Anfangs trocken, später jedoch viele Gewitter und örtlich Rekordniederschläge

Der Sommer übertraf mit bundesweit rund 305 Litern pro Quadratmeter (l/m²) sein Soll von 239 l/m² um 28 Prozent deutlich. Während anfangs noch längere Trockenperioden auftraten, folgten ab Ende Juni häufig Gewitter und intensive Starkregenereignisse. Dabei ragten besonders die extremen Niederschläge der Tiefdruckgebiete RASMUND und ALFRED heraus. RASMUND traf am 29. Juni hauptsächlich Brandenburg und Berlin, wo Tegel eine Rekordtagesmenge von 197 l/m² meldete. ALFRED suchte vom 24. bis zum 26. Juli vor allem das südliche Niedersachsen und Thüringen heim. An der Eckertalsperre im Harz fielen dabei insgesamt 302 l/m². Es kam gebietsweise zu Überschwemmungen. Auch einige heftige Gewitter brachten örtlich immer wieder Mengen von mehr als 100 l/m². Hagel und Orkanböen verursachten an Gebäuden und in Wäldern große Schäden. Die größte Niederschlagsmenge des Sommers fiel am Alpenrand zwischen Allgäu und Berchtesgadener Land mit bis zu 780 l/m², im westlichen Nordrhein-Westfalen war es dagegen mit etwa 140 l/m² vergleichsweise trocken.

Sonnenscheinbilanz positiv

Die Sonnenscheindauer im Sommer 2017 lag mit rund 640 Stunden um sechs Prozent über ihrem Soll von 604 Stunden. Von der Sonne begünstigt war mit bis zu 830 Stunden das südliche und östliche Bayern. Im Nachteil waren Sauerland, Harz und Weserbergland mit teilweise nur etwa 480 Stunden.

(Deutscher Wetterdienst)