Innerhalb von 14 Tagen erneut Millionenschäden in der Landwirtschaft und im Obstbau

Hatten Unwetter bereits am 19. Mai millionenschwere Schäden in der Landwirtschaft verursacht, kam es in dieser Woche regional zu weitaus höheren Verlusten. Für die Zeit vom 28. Mai bis zum 1. Juni wurden der Vereinigten Hagel wiederum über 30.000 Hektar als geschädigt gemeldet. Nach ersten Schätzungen ist mit einem erneuten Schaden in Höhe von rund 20 Millionen Euro zu rechnen. Drei Viertel der Meldungen resultierten aus Hagelschlag; hinzu kamen weitere Meldungen aufgrund von Starkregen und Sturm, vielfach aber auch eine Kombination aus allen drei Gefahren.

Schaden durch Hagel und Starkregen an jungen Maispflanzen

Schaden durch Hagel an Wintergerste

Hessen, Thüringen und Niedersachsen am stärksten betroffen

Ein markantes Gewitterband erstreckte sich von Frankfurt – hier musste auch der Betrieb am Flughafen für eine Stunde eingestellt werden – über die Wetterau bis nach Fulda. Eine weitere Gewitterzelle bewegte sich etwas weiter nördlich von Marburg über Amöneburg bis nach Bad Hersfeld. Weitere betroffene Region in Hessen war der Großraum Kassel, von wo die Unwetter ostwärts über Thüringen (Mühlhausen, Bad Langensalza, Sondershausen) bis nach Grimma im Freistaat Sachsen zogen. Von Osnabrück über Rahden und Hannover bis nach Braunschweig erstreckt sich ein weiteres Schadengebiet. Das Rheinland, der Niederrhein sowie Ausläufer des Ruhrgebiets wurden ebenfalls getroffen. Weiter im Süden konzentrieren sich die Schäden auf den Bereich zwischen Karlsruhe und Mannheim.

Vor allem Getreide, Raps und Mais geschädigt – sowie Kernobst im Alten Land

In den Hauptschadengebieten wurden nahezu alle Ackerbaukulturen wie Wintergetreide, Mais, Zuckerrüben, Erbsen und Raps geschädigt. Die Vorbesichtigungen der Feldstücke sind bereits angelaufen, da vielerorts auch in dieser Woche kurzfristig entschieden werden muss, ob ein Umbruch pflanzenbaulich und ökonomisch sinnvoll ist. Neben den Feldfrüchten wurden im Alten Land südwestlich von Hamburg rund 300 Hektar Kernobst mit einer Versicherungssumme von 2,6 Mio. Euro vom Hagel getroffen. War Deutschlands größtes Anbaugebiet bei den Frostschäden im Frühjahr noch glimpflich davon gekommen, ist nun mit Ernteausfällen aufgrund der Hagelereignisse zu rechnen. Die Weisheit, dass Regionen, die im Frühjahr von Unwettern heimgesucht wurden, später meist ein zweites Mal betroffen sind, bewahrheitete sich für viele Betriebe, gerade in der Mitte Deutschlands, leider bereits in dieser Woche. Die Großwetterlage zu Pfingsten lässt momentan keine Entwarnung zu. Mit weiteren Unwettern und entsprechenden Schadenmeldungen ist zu rechnen.