Bestimmende äußere Faktoren für das Ausmaß von Hagelschäden
Das Ausmaß der Beschädigung von Pflanzen durch Hagel kann sehr unterschiedlich sein. Es hängt, wenn die betroffene Pflanze zunächst außer Betracht bleibt, von mehreren äußeren Faktoren ab. Hierzu zählen:
- Dauer und Intensität des Hagelschlags,
- Dichte des Hagels,
- Größe der Hagelkörner,
- Einfluss von Regen und Oberflächenwasser,
- Wirkung von Wind bzw. Sturm,
- Bodengestaltung und
- die Witterung nach dem Hagelschlag.
Dauer und Intensität des Hagelschlages
Je länger der Hagelschlag dauert und je intensiver er ist, umso größer auch die Schäden an den betroffenen Pflanzen.
Bei gleicher Dauer, Intensität und Dichte des Hagelschlages steigt das Ausmaß der Schäden mit der Größe der Hagelkörner. Das nebenstehende Foto soll einen Eindruck von den Auswirkungen einer Hagelkatastrophe vermitteln, bei der Hagelkörner besonderer Größe niedergingen.
Je größer die Dichte der niedergehenden Hagelkörner ist, umso zahlreicher sind die „Treffer“ und die damit verbundenen Schäden.
Einfluss von Regen und Sturm auf das Schadenausmaß
Zusätzlichen Einfluss übt auch Regen oder Oberflächenwasser aus. Die während eines Hagelfalls bei schweren Gewittern in großen Tropfen mit erheblicher Wucht niedergehenden Wassermassen können von sich aus bereits schwere Schäden verursachen. So werden junge Pflanzen durch die dicken Regentropfen oft förmlich in den Boden „gestampft“ oder kleben an diesem fest. Außerdem vermögen das „Aufschlämmen“ der obersten Bodenschicht, die Freilegung des Wurzelhalses oder des ganzen Wurzelbereiches eine zusätzliche Schadenwirkung auszuüben.
Bleibt nach schweren Gewittern das Wasser längere Zeit stehen, was vor allem bei schweren Böden auf besonders tief gelegenen Flächen häufiger vorkommt, können durch stauende Nässe weitere, das Wachstum der Pflanzen negativ beeinflussende Faktoren hinzukommen.
Wind oder Sturm kann die Wirkung der Hagelkörner durch Verleihung zusätzlicher Wucht in bestimmter Richtung wesentlich verstärken. Bei starkem Wind oder Sturm kommt es sogar ohne Hagelschlag häufig zu erheblichen Schäden durch Blattzerreißungen, Stängelknickungen oder Körnerausschläge, vor allem, wenn der Wind Sandkörner oder harte Erdpartikel mit sich führt.
Exponierung
Die Boden- und Geländegestaltung (Exponierung) der von Hagel betroffenen Feldfluren vermag insofern eine Rolle zu spielen, als Höhenrücken, Waldstreifen oder andere Barrieren durch „Stauung“ des Hagels den Schaden verstärken, dagegen in der Wetterrichtung durch Abschirmen der dahinter liegenden Flächen aber auch abschwächend wirken können.
Tiefer liegende Flurstücke fördern aber auch die Ansammlung von Oberflächenwasser und bewirken als „Kälte- oder Frostlöcher“ unter Umständen neben den eigentlichen Folgen von Hagelschlag zusätzliche Schäden.



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