Hagelschäden
Rückblick Hagelsaison 2009 - Ungestüm wie selten!
Das Jahr 2009 bot eine gewaltige Abfolge von Unwettern zwischen Ende April und Mitte August, wobei der Norden und Süden der Republik überdurchschnittlich stark getroffen wurde. Herausragendes Ereignis war der Hagelsturm im Süden am 26.Mai. Doch auch im Norden verhagelten druschreife Feldbestände in letzter Minute. Mit rund 22.000 Schadenmeldungen im Bundesgebiet und einer Quote von rund 90 Prozent rangiert die Saison 2009 bereits wieder im oberen Drittel der Schadenstatistik, wobei der große Anteil an Totalschäden besonders schwer wiegt.
21. Mai: Hagelunwetter in Schleswig-Holstein, Mecklenburg, in der Lüneburger Heide sowie im Thüringer Becken (867 Meldungen)
Hagelunwetter in Schleswig-Hostein, Mecklenburg, in der Lüneburger Heide sowie im Thüringer Becken führten zu beträchtlichen Schäden bei Feld- und Sonderkulturen. Ebenso wurden Baden-Württemberg und Bayern getroffen. Die Bezirksdirektion Stuttgart meldete zu dieser Zeit bereits rund 50 % mehr, die Bezirksdirektion Nürnberg sogar das Fünffache an Schadenmeldungen gegenüber dem Vorjahr.
26. Mai: Hagelsturm vom Bodensee bis zum Bayerischen Wald (6.350 Meldungen)
Der 26. Mai stellte alles Bisherige in den Schatten: Auf einem Areal von rund 400 km Länge und 25 km Breite - vom Bodensee bis zum Bayerischen Wald - tobten schwerste Hagelstürme und zerstörten Dreiviertel des Bodenseeweins, die Hälfte des dortigen Obstes und ein Drittel des Hopfens. In Oberschwaben wurden Getreide-, Raps- und Maisbestände total zerstört. Noch umfangreicher waren die Schäden in Bayern. In der Hallertau fiel ein Viertel des Hopfens dem Hagel zum Opfer, auch Anbauflächen von Gemüse und Beerenobst trugen katastrophale Schäden davon. Bei diesem verheerenden Unwetter wurden die Schweiz, Deutschland, Österreich und Tschechien von Hagel-, Starkregen- und Sturmereignissen unglaublichen Ausmaßes heimgesucht. Die Schweiz traf es am schlimmsten, gefolgt von Süddeutschland mit Gesamtschäden von über 100 Mio. EUR. Der versicherte Schaden erreichte annähernd 80 Mio. EUR, 34 Mio. EUR davon trägt allein die Vereinigte Hagel. Damit wurde der 26. Mai zum schwersten Schadentag in der Geschichte der Vereinigte Hagel.
3. Juli: Hagelschlag am Niederrhein (1.500 Meldungen)
Anfang Juli verhagelten am Niederrhein Getreide und Rapsbestände mit Totalschäden bei Wintergerste. Kartoffeln und Mais erlitten starke Kraut- bzw. Blattverluste.
23./24. Juli: Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen und Bayern von schweren Hagelschäden betroffen (2.070 Meldungen)
Ab Mitte Juli führten Hagelunwetter zunächst in der Leipziger Tieflandsbucht, dann in Mecklenburg-Vorpommern zu verbreitet schweren Ernteschäden bis hin zu Totalverlusten. Auch in Niedersachsen, Sachsen-Anhalt und Nordrhein-Westfalen kam es zu beträchtlichen Hagelschäden an druschreifen Feldkulturen sowie Hackfrüchten und Mais. Am 23. Juli traf es Bayern mit schweren Schäden bei Getreide, Raps, Mais, Kartoffeln und Freilandgemüse. Zwischen dem 20. und 27. Juli wurden täglich 100 Schäden gemeldet.
Fazit
Im Süden wiegen die Schäden bei Weinrebe, Obst, Hopfen und Totalschäden bei Getreide und Raps schwer. Im Norden kam der Hagel schon fast typisch unmittelbar zur Ernte, wo bereits leichte Hagelschläge zum Totalverlust bei Getreide und Raps führen.
Archiv Hagelschäden
In diesem Bereich berichten wir über die Hagelschäden der zurückliegenden Jahre, insbesondere über die vom Hagelschlag betroffenen Regionen und hagelgeschädigten Bodenerzeugnisse.

