Wenn Sie einen Schaden an Ihren versicherten Kulturen festgestellt haben, melden Sie diesen umgehend, spätestens innerhalb von 4 Tagen, zur Schadenfeststellung an. In der Schadenanzeige sind die versicherte Gefahr, die das Schadereignis hervorgerufen hat (z .B. Hagel) mit dem Datum des Schadereignisses und sämtliche Anbauflächen anzugeben, für die eine Entschädigung beansprucht wird. Bis zur Feststellung des Schadens durch unsere Sachverständigen dürfen an den betroffenen Bodenerzeugnissen ohne unsere Einwilligung keine Veränderungen vorgenommen werden; allerdings können Sie die üblichen, nach den Regeln der ordnungsgemäßen Bewirtschaftung notwendigen Maßnahmen weiter durchführen.

Bei Ernteschäden, also z. B. Schadereignissen in druschreifen Beständen, bei welchen die weitere Aberntung nicht aufgeschoben werden kann, müssen, damit eine Abschätzung des Schadens überhaupt möglich ist, Probestücke von mindestens 0,01 Hektar jeweils an den Ecken und in der Mitte des Feldstückes stehen bleiben. Für das Stehenlassen von Probestücken ist die Genehmigung der Bezirksdirektion erforderlich. Von erntereifen Sonderkulturen (z. B. Obst und Wein) müssen bei Ernteschäden mindestens 10 % der Bestände der verschiedenen Sorten und Lagen ungepflückt stehen bleiben. Werden bereits betroffene Bodenerzeugnisse erneut von einer versicherten Gefahr geschädigt, ist dies als Zweitschaden anzumelden. Bitte haben Sie Verständnis dafür, dass wir nur bei Einhaltung dieser Regeln eine Entschädigung leisten können.

Zur Feststellung von Schäden ist die Beurteilung durch neutrale Sachverständige notwendig. Bei uns sind ausschließlich unabhängige Landwirte mit erwiesener Fachkompetenz für die jeweilige Kulturart tätig. Diese Sachverständigen genießen das volle Vertrauen der Mitglieder, denn Sie wurden von Ihnen selbst auf den Bezirksversammlungen gewählt.

Bei der Bewertung von Schäden können die Sachverständigen auf wissenschaftlich abgesicherte Versuchsergebnisse von Hochschulen und Instituten zurückgreifen. Zudem wird in eigenen Versuchsreihen durch die Simulation von Hagelschlag in allen Entwicklungsstadien der dadurch mögliche Ertragsausfall festgestellt. Die fachliche Grundlage der Schadenregulierung bildet das von uns herausgegebene und von allen Hagelversicherern anerkannte Schätzerhandbuch.

Die Bewertung von Schäden bleibt - insbesondere bei Frühschäden - trotzdem eine schwierige Aufgabe, die neben Sachverstand eine Menge Erfahrung verlangt. Über eine solche verfügen unsere langjährigen Sachverständigen, welche diese an Ihre jüngeren Kollegen auf den Sachverständigenschulungen weitergeben.

Zur Besichtigung der Schäden vereinbaren unsere Sachverständigen mit Ihnen einen Termin. Dabei ist Ihre persönliche Anwesenheit notwendig. Sollten Sie verhindert sein (z.B.  Nebenerwerbslandwirt), beauftragen Sie bitte eine Person Ihres Vertrauens, die sich den Sachverständigen gegenüber als bevollmächtigt ausweisen muss. Eine solche Vollmacht können Sie hier als PDF-Datei herunterladen.

Die Sachverständigen zählen dann an verschiedenen Stellen der geschädigten Fläche – die genaue Anzahl richtet sich nach der Größe und Lage des jeweiligen Schlags – die konkreten Schadfaktoren (z. B. Brüche, Knickungen, Ährenverluste etc.) aus und ermitteln die Quote. Dabei kommt moderne Technik zum Einsatz; die Dokumentation erfolgt mit Hilfe von Tablets; bei Bedarf kann auch eine Drohne zum Einsatz kommen.

Da bei uns ausschließlich unabhängige und gut geschulte Landwirte mit erwiesener Fachkompetenz für die jeweilige Kultur die Schäden beurteilen, kann das Verfahren mit Ihrer Unterschrift direkt abgeschlossen werden. Besonders bei Frühschäden erfolgt zunächst eine Vorbesichtigung der geschädigten Anbauflächen, bei welcher die Schadensymptome festgehalten und bewertet werden. Die endgültige Bewertung erfolgt kurz vor der Ernte, da erst dann die Schäden optimal sichtbar sind.