Witterung
Rückblick 2011
Januar und Februar – Hochwasser an Elbe und Oder
Elbe und Oder verzeichneten neue Rekordpegel beim Hochwasser durch die Schneeschmelze. In Sachsen-Anhalt und Brandenburg standen mehr als 150.000 ha Wintergetreide und Raps mehrere Wochen im Wasser. Starke Wechselfröste im Februar machten später im März/April den Umbruch von rund 80.000 ha Raps besonders in Mecklenburg-Vorpommern und Brandenburg nötig.
März und April – Erste Hagelschäden
Höhere Umbrüche von Winterweizen verzeichnete Ostfriesland im März, nachdem Starkregen zu erheblichen Auflaufschäden, bei nach dem 3. Oktober 2010 bestellten Weizen, geführt hatte. Im April kam es im Rheinland bei Zuckerrüben zu den ersten Hagelschäden der Saison 2011.
Mai und Juni – Später Frost und Sturmtief
Starke Nachtfröste während der Eisheiligen ließen in den Weinbaugebieten Rheinhessen, Pfalz, an der Nahe, sowie in Franken die Austriebe erfrieren. Unter Frostschäden litten ebenso Kern-, Stein- und Beerenobst, sowie Mais und Wintergerste. Der erste markante Schaden am 22. Mai 2011 in Süddeutschland traf mit 362 Schadenmeldungen den Südosten Baden –Württembergs mit schweren Schäden bei Getreide, Raps, Mais und Wein. Nahezu das gesamte Bodenseegebiet war mit Obst-schäden betroffen. Am 06. Juni führte Sturmtief „Balthasar“ über Pfingsten in Bayern mit über 2.000 Schadenmeldungen zu millionenschwerem Hagelschaden. Zudem führte Starkregen bei Gemüse zu Erosionsschäden.
Juli und August – geprägt von Sturmtiefs mit Hagelunwettern
Das Tief „Jörg“ verursachte am 01. Juli in ganz Baden-Württemberg heftige Gewitter. Neben landwirtschaftlichen Kulturen mussten zahlreiche Weinschäden im Raum Öhringen und Teilen des Bottwartals reguliert werden. Ein bisher untypischer Schadenstrich erstreckte sich in Bayern vom fränkischen Weinbaugebiet mit Unterbrechungen bis in die Hallertau, wo erneut Hopfenreben verhagelten. Am 07. und 09. Juli fegte das nächste Tief „Leon“ über das Donau-Ries und die bayrische Oberpfalz hinweg und verhagelte Mais, Getreide und Winterraps. Das Orkantief „ Meikel“ richtete am 13. Juli in Baden-Württemberg mit fast 12.Mio. Euro den höchsten Schaden der Saison 2011 an. Getreide und Mais verhagelten im vormals geschädigten Gebiet – im Ostallgäu traf es die zweite Generation Mais. Am 06. Und 08. August trieb das Sturmtief „Sven“ mit Hagel- und Stark-niederschlägen im Landkreis Nordwest-Mecklenburg sein Unwesen. Ergiebige und lang anhaltende Niederschläge förderten im Osten Mecklenburg-Vorpommerns das Risiko von Getreideauswuchs und Nassfäule bei Kartoffeln. Zwei Wochen später folgten am 18. und 24. August die beiden Sturmtiefs „Zion“ und „Bert“ und verursachten erhebliche Hagelschäden beim Wein an der Mittelmosel, an der Rheinfront in Rheinhessen und im Nordosten der Pfalz. In Niedersachsen verhagelten am 24. August in einem Gebiet zwischen Diepholz und Sulingen südlich von Bremen vor allem Mais.
Septemberunwetter mit Tornado
Am 11. September wütete ein mit Hagelschlag einhergehender Tornado der Stärke F1-F2 in Elsnigk im Landkreis Anhalt Bitterfeld und auch im Raum Bernburg. Am gleichen Tag verwüstete in Südhessen ein Tornado Gebiete südlich von Frankfurt. Mitte September konnte endlich auch das letzte Wintergetreide im Nordosten Deutschlands gedroschen werden.
Fazit
Auf einen nassen Vorjahresherbst folgte ein früher Wintereinbruch mit viel Schnee und eisiger Kälte. Es war das trockenste und zugleich sonnigste Frühjahr seit Jahren, während der Juli mit extremen Dauerregen im Norden und Osten Deutschlands aufwartete. Nach einer Hitzewelle Mitte August über fast ganz Deutschland ging der Sommer nach schweren Unwettern mit Sturm, Starkregen und Hagel dem Ende zu, als erneut schwere Unwetter Anfang September über Ostdeutschland erheblichen Schaden anrichteten. Die Wetterkapriolen ließen Ernteeinbußen bis zu 80% entstehen. Schäden durch Staunässe und Bodenerosion zeigen erneut die Notwendigkeit, die Mehrgefahrenversicherung stärker als bisher ins Risikomanagement einzubeziehen.
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