Aktuelles:

13.08.08
Tornado über Gießen – Direktionsgebäude mitten im Schadengebiet
Am gestrigen Abend gegen 17:50 Uhr hat ein Tornado mitten im Stadtgebiet von Gießen erheblichen Sachschaden angerichtet. Kamineinbrüche,...
13.08.08
Diesmal hat es den Norden kalt erwischt
In der ersten Augustdekade kam es im Bundesgebiet erneut durch verschiedene Kaltfronten zu unwetterartigen Ereignissen mit Sturm, Starkregen und...
01.08.08
Letzte Juliwoche extrem stark verhagelt
BD Stuttgart: Über 45 % mehr Schäden als im VorjahrDie Lage bei Hagelschäden bleibt in Baden-Württemberg weiter gespannt. Nach den schweren Schäden...

Witterungsverlauf nach Hagelschlag

Nach dem Hagelschlag kann warmfeuchte, wüchsige Witterung den Regenerationsprozess bei den betroffenen Pflanzen wesentlich fördern. Dagegen vermag anhaltende Trockenheit oder Kälte den entstandenen Schaden durch Schwächung der Pflanzen noch erheblich zu verstärken. Diese Tatsache bedingt die Notwendigkeit, dass die endgültigen Schadenquoten erst kurz vor der Ernte festgelegt werden können, wobei die Vorbesichtigungen bereits gute Anhaltspunkte ergeben.

Einfluss der Morphologie, Physiologie und Disposition betroffener Pflanzen auf das Ausmaß von Hagelschäden

Die Empfindlichkeit von Pflanzen gegenüber Hagelschlag hängt von der Morphologie, dem Entwicklungsstadium, dem Regenerationsvermögen und dem Gesundheitszustand der Pflanze ab.

Anfälligkeit der verschiedenen Pflanzenarten für Hagelschläge

Bei den einzelnen Pflanzenarten bestehen wesentliche Unterschiede in ihrer Hagelempfindlichkeit. Schon wenn man sich die äußere Morphologie der Pflanze vorstellt, wird klar, dass etwa Roggen im Allgemeinen wesentlich weniger hagelempfindlich ist als beispielsweise die großlaubige Tabakpflanze oder auch die Weinrebe mit ihren empfindlichen Blättern, Gescheinen und Trauben. Die spezifische Anfälligkeit der einzelnen Pflanzenarten (Pflanzenempfindlichkeit) bedingt ein unterschiedliches Hagelschadenrisiko. Dieses lässt sich durch langfristige statistische Erhebungen ermitteln und wird bei Einstufung der Fruchtarten in die betreffenden Gefahrenklassen berücksichtigt.

Die Anfälligkeit für Hagelschläge kann darüber hinaus auch bei einzelnen Sorten unterschiedlich hoch sein, etwa bei kurzährigen bzw. langährigen Getreidesorten.

Unterschiedlichen Änfalligkeiten von Pflanzen

Gesundheitszustand der Pflanze

Erfahrungsgemäß leidet ein gesunder, gut gepflegter Pflanzenbestand unter leichteren bis mittleren Hagelschlägen weniger als ein kümmernder Bestand. Der Gesundheitszustand der Pflanze hängt von vielen Faktoren, wie von der Vorfrucht, der Güte des Bodens (z.B. Wassernachlieferungsvermögen), der Düngung, der Qualität des Saatgutes, dem Zeitpunkt der Aussaat, der Beizung und der Pflege während des Wachstums ab. Sie alle sind bei der Beurteilung eines Hagelschadens in Betracht zu ziehen.

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Pflanzenkrankheiten, Schädlinge und Unkräuter

Bei allen Kulturpflanzen können Pflanzenkrankheiten, Schädlinge und Unkräuter den Gesundheitszustand und damit auch das Wachstum und die Höhe der Erträge wesentlich beeinflussen. Entsprechendes gilt für den Einfluss der zu ihrer Bekämpfung eingesetzten Verfahren.

Testpflanzen zur Beurteilung des Hagelschlages

Hagelschaden bei Mais

Ist die Entwicklung der Kulturpflanze, etwa bei Getreide in der Gelbreife, bereits so weit fortgeschritten, dass kein Blattgrün (Chlorophyll) an Halmen und Blattspreiten mehr vorhanden ist, so ruft der Hagelschlag oft keine deutlichen Anschläge mehr hervor. In solchen Fällen sowie auch in Sondersituationen, etwa bei der Beurteilung von Jungpflanzen, können zum Nachweis des Hagels zusätzlich die deutlich besser erkennbaren Hagelanschläge an anderen in der Nähe wachsenden Pflanzen, Sträuchern oder Bäumen als „Testpflanzen“ herangezogen werden.

Grundsätzlich eignen sich alle frischgrünen Pflanzen als Testpflanzen für Hagelanschläge. Besonders häufig bieten sich dazu Unkräuter, wie beispielsweise Ackerdistel, Hederich, Melde, Sauerampfer und andere krautige, breitblättrige Wildpflanzen an. Aber auch Kulturpflanzen auf eng benachbarten, noch im vollen Wachstum begriffenen Rüben-, Kartoffel- oder Sonnenblumenfeldern sowie Beerensträucher oder Obstbäume am Feldrand sind als Testpflanzen brauchbar. Bei der Beurteilung von nicht ganz eindeutigen Hagelschäden können Vergleichssymptome an anderen Kultur- oder Wildpflanzen ebenfalls von großer Bedeutung sein. Unter den Testpflanzen gibt es besonders empfindliche und sehr hageltolerante Arten, so dass man mit Recht von einer „Testpflanzenskala“ sprechen kann.

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