Litauen setzt auf Kontinuität bei der Förderung der Ernteversicherung im Rahmen der GAP

26.01.2017 Daniel Rittershaus

Die staatlich unterstützte Mehrgefahrenversicherung wird auch weiterhin ein zentrales agrarpolitisches Instrument im Risikomanagement gegen Wetterextreme in Litauen bleiben. Dies hob der neu gewählte Landwirtschaftsminister des südlichsten der drei baltischen Staaten, Bronius Markauskas, gegenüber dem Vorstandsvorsitzenden der Vereinigte Hagel, Dr. Rainer Langner, bei einem Meinungsaustausch am Rande der Internationalen Grünen Woche (IGW) in Berlin hervor.

v.l.n.r.: Andriejus Stancikas, Vorsitzender des Ausschusses für Ländliche Entwicklung und Landwirtschaft, Mitglied im Seimas der Republik Litauen; Thomas Gehrke, Bezirksdirektor BD Berlin, Vereinigte Hagel; Deividas Matulionis, Botschafter der Republik Litauen in Deutschland; Dr. Rainer Langner, Vorstandsvorsitzender, Vereinigte Hagel; Bronius Markauskas, Landwirtschaftsminister der Republik Litauen; Algimantas Navickas, Niederlassungsleiter Litauen, Vereinigte Hagel

„Unsere Landwirte haben sich in den zurückliegenden Jahren von der Nachhaltigkeit und dem Prinzip der Gegenseitigkeit überzeugen können, Sie vertrauen darauf“, unterstrich Markauskas in dem Gespräch. „Es kommt nun darauf an, die Weichen für eine Weiterentwicklung dieses Erfolgsmodells rechtzeitig zu stellen und sich für verbesserte Rahmenbedingungen beim Risikomanagement im Rahmen der Gemeinsamen Agrarpolitik (GAP) nach 2020 einzusetzen. Die zunehmenden Wetterextreme infolge des Klimawandels haben erhebliche negative Auswirkungen auf die Landwirtschaft auch in unserem Land“, unterstrich der litauische Landwirtschaftsminister.

Risikopartnerschaft als Lösung

In der Tat habe es in der letzten Dekade schwere Dürre- und Auswinterungsschäden gegeben, erinnerte Dr. Langner. Nur in einer Risikopartnerschaft zwischen der Europäischen Union, dem litauischen Staat, den Landwirten und unserem Gegenseitigkeitsversicherer sei es gelungen, diese Herausforderungen erfolgreich zu meistern und die Liquidität der geschädigten Betriebe zu sichern. Aufgrund der Risikostreuung vom Baltikum bis nach Italien konnte die Vereinigte Hagel auch schwerste Schadenjahre in Litauen gut verkraften: „Das zeichnet unsere Solidargemeinschaft aus: Einer für alle, alle für einen – Vienas už visus, visi už vieną!“

Die Vereinigte Hagel ist seit 2007 mit einer eigenen Niederlassung im Herzen der litauischen Ackerbauregion in Kaunas tätig. Die Geschäftsräume befinden sich an der dortigen Universität, so dass Synergieeffekte auch zur bestehenden Agrarfakultät genutzt werden können. Die VH Lietuva mit dem Niederlassungsleiter Algimantas Navickas an der Spitze kann mittlerweile auf eine 10-jährige Erfolgsgeschichte zurückblicken. In Litauen besteht für die Landwirte die Möglichkeit, sich gegen Hagel, Sturm, Starkregen, Starkfrost und katastrophale Dürre zu versichern. Für die Prävention zur Absicherung gegen diese Wetterextreme erhalten die litauischen Landwirte sowohl eine Unterstützung aus nationalen als auch aus EU-Mitteln im Rahmen der zweiten Säule der GAP.