Die erste Hitzewelle des Jahres endet mit Millionenschäden

24.05.2017 Daniel Rittershaus

Auf die erste kürzere Hitzewelle des Jahre Mitte Mai folgten Unwetter mit Starkregen, Hagelschlossen und Orkanböen. Diese haben am 19. Mai der Landwirtschaft Schäden in Millionenhöhe zugefügt. Allein der Vereinigten Hagelversicherung wurden in den letzten Tagen insgesamt 35.000 Hektar mit einem Versicherungswert von knapp 54 Millionen Euro als geschädigt gemeldet. Aufgrund der extremen Temperaturunterschiede in Deutschland (im Westen 15 bis 20 Grad, im Osten über 30 Grad) verlief die markanteste Gewitterfront entlang einer Linie von Wolfsburg südwärts bis nach Niederbayern mit Schwerpunkt in der Mitte Deutschlands.

Hagelschaden Raps vom 19. Mai 2017 in Thüringen

Hagelschaden Erbsen vom 19. Mai 2017 in Thüringen

Gemeinschaftstaxe in Thüringen am 23. Mai 2017 unter der Leitung von Bezirksdirektor Jürgen Schuldig-Fritsch (Gießen)

Besonders schwer traf es daher die Bezirksdirektionen Gießen, Berlin und Nürnberg. Das Hauptschadengebiet breitet sich in Nord-Süd-Richtung von Bernburg in Sachsen-Anhalt über Naumburg an der Saale bis in den Großraum Weimar/Jena in Thüringen aus. Weiter südlich sind in der Oberpfalz Streuschäden zu nennen sowie massive Schäden auf einer Linie von Schorndorf in Niederbayern bis nach Rosenheim. Allein in den Hauptschadengebieten ist mit Ertragsverlusten von mindestens 10 Millionen Euro zu rechnen.

Schäden quer durch alle Kulturen – bis zu 1.000 ha müssen umgebrochen werden

Geschädigt wurden nahezu alle Ackerbaukulturen wie Wintergetreide, Mais, Zuckerrüben, Erbsen und Raps. Abgeschlagene Stängel, zerfetzte Blätter oder angeschlagene Schotenansätze waren als Schäden zu verzeichnen. Auf einigen Flächen entstand der Eindruck, als hätte ein Mulcher ganze Arbeit geleistet. Darüber hinaus wurden durch Starkregen mit Niederschlagsmengen von 50 bis 80 mm innerhalb weniger Stunden junge Rüben- und Maispflanzen verschlämmt und Kartoffeldämme freigespült. Daneben waren auch Sonderkulturen wie Hopfen, Erdbeeren oder Kamille betroffen. Die Sachverständigen sind bereits auf den Betrieben, um die Schäden zu besichtigen. Eile ist geboten, um bei Totalschäden möglichst schnell weitere Maßnahmen zur Neuansaat einleiten zu können. Bislang mussten bereits mehrere Hundert Hektar Getreide und Raps aufgrund von Totalschäden zum Umbruch frei gegeben werden und die Fläche steigt täglich weiter an.

Versicherung lohnt jetzt noch

Viele Betriebe vor allem in Sachsen-Anhalt waren darüber hinaus noch nicht gegen Starkregenschäden versichert. Die aktuellen Anfragen der Betroffenen zeigen aber deutlich die Notwendigkeit sich gegen Gefahren über den Hagel hinaus abzusichern. Eine Versicherung zum jetzigen Zeitpunkt ist durchaus ratsam. Die Erfahrungen der letzten Jahre zeigen nämlich, dass Regionen, die im Frühjahr von Unwettern heimgesucht wurden, später meist ein zweites Mal betroffen sind.