Vor der Ernte Schäden in Millionenhöhe – 50.000 ha betroffen

23.06.2017 Daniel Rittershaus

Sturmtief „Paul“ hat am Nachmittag und Abend des 22. Juni erhebliche Schäden auch in der Landwirtschaft verursacht. Bereits in den ersten Stunden nach dem Unwetter sind bei der Vereinigten Hagel online über 20.000 Hektar als geschädigt gemeldet worden. Bis zum Ende der viertägigen Meldefrist rechnet die Gesellschaft daher mit einer geschädigten Fläche von mindestens 50.000 Hektar. Neben Hagel in der Größe von Golfbällen führten Starkregenfälle sowie Sturmböen von über 100 km/h zu den Beschädigungen. Laut Auskunft des Deutschen Wetterdienstes wurde u. a. in Hamburg auch ein Tornado gesichtet.

Hagelschaden an Wintergerste Ende Juni

Hagelkörner Ende Juni 2017

Niedersachsen am stärksten betroffen

Ein besonders markantes Gewitterband erstreckte sich vom Alten Land über die Lüneburger Heide, Altmark und Magdeburger Börde bis in die Dahlener Heide zwischen Leipzig und Dresden. Eine weitere, kleinere, Gewitterzelle bewegte sich südwestlich von Gießen über Marburg bis nach Göttingen. In anderen Landesteilen sind zudem Streuschäden festzustellen.

Vor allem Getreide, Raps und Mais geschädigt – sowie Kernobst im Alten Land

In den Hauptschadengebieten wurden nahezu alle Ackerbaukulturen wie Wintergetreide, Mais, Zuckerrüben, Erbsen, Raps und Kartoffeln geschädigt. Die Besichtigung der Feldstücke wird direkt Anfang der kommenden Woche anlaufen. Der versicherte Wert aller betroffenen Flächen liegt voraussichtlich im oberen zweistelligen Millionenbereich. Neben den Feldfrüchten wurden im Alten Land südwestlich von Hamburg wie bereits vor wenigen Wochen erneut einige Hundert Hektar Kernobst getroffen. Die genaue Höhe des Schadens dürfte Ende Juni beziffert werden können.