180 Millionen Euro – höchste Entschädigungsleistung durch den Marktführer

18.05.2018 Daniel Rittershaus

Die bislang höchste Entschädigungsleistung in ihrer Geschichte hat die Vereinigte Hagelversicherung im Jahr 2017 ausgezahlt: 180 Millionen Euro erhielten die versicherten Mitglieder im vergangenen Jahr zur Kompensation der durch Unwetter verursachten Ernteschäden.

v.l.n.r.: Joachim Rukwied (Präsident Deutscher Bauernverband), Volker Bouffier (Hessischer Ministerpräsident), Klaus Mugele (Aufsichtsratsvorsitzender), Dr. Rainer Langner (Vorstandsvorsitzender) anlässlich des 25jährigen Bestehens der Vereinigten Hagel

Nachdem Ende April extremer Frost den Winzern und Obstbauern zusetzte, folgten bereits gut drei Wochen später auf die erste kürzere Hitzewelle des Jahres Unwetter mit Hagelschlossen, Starkregen und Orkanböen. Aufgrund der extremen Temperaturunterschiede in Deutschland (im Westen 15 bis 20 Grad, im Osten über 30 Grad) und der hohen Luftfeuchtigkeit konnten sich so genannte Superzellen bilden, die sich vor allem in der Mitte Deutschlands entluden. Im Mai folgten dann weitere schwere Unwetter. Die Großwetterlage „Tief Mitteleuropa“, insbesondere Tief „Alfred“, vom 24. bis zum 26. Juli, brachte danach Dauerregen über dem südlichen Niedersachsen und Thüringen. An der Ockertalsperre im Harz fielen innerhalb von 72 Stunden 302 Liter Niederschlag pro Quadratmeter. Kaltfront „Kolle“ und Sturmtief „Sebastian“ sorgten dafür, dass Maisbestände im September reihenweise abgeknickt wurden. Die Starkregenfälle vor allem in der Nordwesthälfte sorgten bis in den Herbst hinein für erhebliche Schwierigkeiten bei der Ernte und Neubestellung der Felder. Insgesamt verging seit Ende April kaum ein Tag, an dem keine neuen Schäden zu verzeichnen waren. Die Sachverständigen der Vereinigten Hagel begutachteten allen im Inland über 100.000 geschädigte Schläge. Dank der flächendeckend eingesetzten Mobilen Digitalen Schadenregulierung konnte die Regulierung zügig durchgeführt werden.

 

Entnahme aus der Schwankungsrückstellung und Wachstum bei allen Kennziffern

Konnten in den letzten beiden Jahren dank moderater Schäden Mittel in die Schwankungsrückstellung eingebracht werden, so kommen diese der Solidargemeinschaft nun wieder zugute. Vorstandsvorsitzender Dr. Rainer Langner erläuterte in seinem Bericht, dass zur Auszahlung der Entschädigungsleistungen auch eine Entnahme aus der Schwankungsrückstellung in Höhe von 8,4 Millionen Euro erfolgte. Auch mögliche weitere schwere Schadenjahre könne die Vereinigte Hagel aufgrund der gebildeten Rückstellungen gut abfedern. Bei allen relevanten Kennziffern konnte er von Wachstum berichten: so sind beim Marktführer rund 5,3 Millionen Hektar Fläche mit einer Versicherungssumme von 9,4 Milliarden Euro in Deckung gegeben. Der Versicherungsbeitrag aus dem direkten und indirekten Geschäft betrug im vergangenen Jahr 168,3 Millionen Euro. Die Nachfrage nach einer Deckung über Hagel hinaus hat seit der Reform der Versicherungssteuer im Jahr 2013 kontinuierlich zugenommen. „Für 2018 erwarten wir eine Fläche von rund einer Million Hektar, für die eine Mehrgefahrenversicherung abgeschlossen wird“, so Dr. Langner. Gerade vor dem Hintergrund zunehmender Sturm- und Starkregenereignisse sei dies zu erwarten: „Kannte man so etwas in der Vergangenheit nur aus dem Fernsehen, gibt es heute kaum noch jemanden, der ein solches Ereignis nicht selbst oder zumindest im Familien- und Freundeskreis miterleben musste.“

 

Ministerpräsident Bouffier und Bauernpräsident Rukwied betonen Risikovorsorge

Am Donnerstag konnte der Aufsichtsratsvorsitzende Klaus Mugele auch den hessischen Ministerpräsidenten und stellvertretenden CDU-Vorsitzenden Volker Bouffier sowie den Präsidenten des Deutschen Bauernverbandes, Joachim Rukwied, begrüßen. Beide betonten in ihren Ansprachen die Notwendigkeit der privaten Risikovorsorge und die Rolle der Vereinigten Hagel als verlässlicher Partner der Landwirtschaft.

„Die Vereinigte Hagelversicherung ist die einzige Versicherungsgesellschaft, die in meiner Heimatstadt Gießen ihren Hauptsitz hat. Das ist ein Bekenntnis zu dieser Stadt, zur Region und zum Land Hessen“, sagte Ministerpräsident Volker Bouffier. „Bei Schadensfällen und wetterbedingten Ernteausfällen ist die Vereinigte Hagel ein wichtiger Partner der Landwirte, Obst- und Gemüsebauern und Winzer. Das gesamte Anbauspektrum dieser Branchen kann versichert werden und je nach Kulturgruppen bestehen für verschiedene Wetterrisiken vielfältige Lösungsmöglichkeiten. Wir wissen alle: Diese Wetterrisiken steigen.“ Die Landesregierung trete für die Umsetzung von nationalen und internationalen Klimaschutzvereinbarungen ein: „Wir in Hessen sind Vorreiter und haben mit dem Klimaschutzplan 2025 ein ehrgeiziges Maßnahmenbündel auf den Weg gebracht.“

Präsident Rukwied ging in seiner Ansprache auf die Fusion vor genau 25 Jahren ein: „Die Verschmelzung von Norddeutscher und Leipziger Hagelversicherung vor 25 Jahren zur Vereinigten Hagelversicherung ist eine echte Erfolgsgeschichte. Die große Solidargemeinschaft von über 100.000 Landwirten, Winzern, Obst- und Gemüsebauern nutzt heute die maßgeschneiderten Versicherungsangebote für das Risikomanagement von Wetterrisiken. Mit der offensichtlichen Zunahme von Wetterextremen und -risiken steigen jedoch auch die Herausforderungen für die Versicherungsgemeinschaft. Dafür sind zusätzliche Versicherungslösungen notwendig. Der Vereinigten Hagelversicherung wünschen wir eine weiterhin erfolgreiche Zukunft als Spezialversicherer im Dienst der Landwirtschaft.“

Dass die Landwirte, Obst- und Gemüsebauern sowie die Winzer mit ihrer Arbeit zu einer funktionierenden Umwelt beitragen und hochqualitative Lebensmittel produzieren, betonten beide Redner. Der Ministerpräsident brachte es abschließend auf den Punkt: „Deshalb sind die Folgen dieser Extremwetterlagen auch Folgen für uns alle. Wir dürfen die Landwirte nicht mit diesen Konsequenzen alleine lassen.“